Unmut über neue Abschlüsse ist weit verbreitet

Hamburg/Bochum (dpa/tmn) – Die meisten Hochschüler teilen den Unmut der Protestler beim bundesweiten Bildungsstreik der Studenten.

Das hat eine Umfrage der Marktforscher von Ears and Eyes in Hamburg ergeben. Im Auftrag des Unicum-Verlags wurden rund 1000 Studenten per Internet ausgewählt und befragt. Jeder Zweite (52 Prozent) bewertet die Einführung von Bachelor und Master demnach generell als negativ. 2006 sagten das erst 39 Prozent.

Zwei Drittel (67) klagen derzeit über Probleme bei der Umstellung auf die neuen Abschlüsse. Die meisten davon (85) machen organisatorische Mängel dafür verantwortlich, etwa eine übereilte Reform der Studiengänge ohne Konzept. Häufig kritisiert wird auch, dass im Bachelor-Studium die Zeit für Praktika, Nebenjobs und Auslandsaufenthalte fehle.

Auch Studiengebühren sehen die Studenten zunehmend kritisch: Aktuell sprechen sich 61 Prozent der Befragten gegen sie aus – 2006 waren es erst 51 Prozent. Derzeit halten sie nur 10 Prozent für notwendig, 8 Prozentpunkte weniger als drei Jahre zuvor.

In zahlreichen deutschen Städten haben sich Studenten am Dienstag zu einem bundesweiten Bildungsstreik versammelt. Tausende demonstrierten dabei gegen Studiengebühren und zu volle Lehrpläne in den neuen Bachelorstudiengängen.

17. November 2009|