Kommt die Diktatur der Daten?

Dieser Beitrag erschien in planung&analyse.

Auf der 5. Research Plus der DGOF in Frankfurt ging es – wie heute so oft bei Veranstaltungen der Marktforschung – um große Daten. Vier Fachvorträge gaben Stoff zur Diskussion und Inspiration. Rund 50 Marktforscher aus Instituten und aus Unternehmen trafen sich zum Austausch. Von Sabine Hedewig-Mohr

Ob man wirklich schon von einer Diktatur der Daten sprechen kann, diskutierte Buchautor Bernhard Keller am Ende des fachlichen Inputs. Fest steht: Jeder sammelt Daten und alles und jedes soll bewertet werden. Da kann man als Marktforscher schon mal um seine Profession fürchten. Aufgabe des Marktforschers sei es, laut Keller, die Prozesse zu gestalten und ethische sowie qualitative Grundsätze in die digitale Forschung zu übertragen. Ein großes Ziel, das zu reger Diskussion animierte.

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Ein Trend der mit Big Data einhergeht, ist die Automatisierung. Frank Lüttschwager, Geschäftsführer von EarsandEyes, stellt sein neues Instrument vor, Kvest, das schnelle Antworten auf vordefinierte Fragen geben kann. „Besonders fasziniert die Leute die Geschwindigkeit“, berichtet Lüttschwager von den ersten Reaktionen der Kunden, aber auch von der Gradwanderung. Versierte Marktforscher möchten natürlich differenzierte Studienansätze. Dafür sollte dann weiterhin der Full-Service-Anbieter konsultiert werden. Der Traum von der Automatisierung ist schon sehr alt, bereits 1989, als Lüttschwager mit Online-Marktforschung begann, gab es solche Ideen, berichtet er und belegt es mit einem Scribble aus dieser Zeit.

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Ob die Diktatur der Daten kommt? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Vielleicht kann man sie ja nochmal auf der nächsten Research Plus diskutieren. Sie findet am 30. November in Hamburg statt.

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24. November 2017|