Pionierarbeit – Das Institut EARSandEYES im Portrait

Research&Results, Printausgabe Dezember 2014
Das Markt- und Trendforschungsinstitut Ears and Eyes wurde im Jahr 1998 von Susanne Maisch und Frank Lüttschwager gegründet. Bei einem Besuch im Hamburger Büro sind wir auf der Suche nach der Geschichte, den Erfolgsfaktoren und den Zukunftsplänen des Full-Service-Instituts.

Text: Christina Grübl und Franziska Gschwandtner. Wir blicken zurück: Es ist Ende August 20l3. Wir befinden uns in der EventLocation Fleet 3 am Hamburger Hafen. Die Stimmung ist ausgelassen, im Raum verteilen sich viele freundliche Gesichter, die sich mit einem Glas Wein in der Hand angeregt austauschen. Über 120 Gäste haben sich hier eingefunden, um mit Susanne Maisch und Frank Lüttschwager sowie dem gesamten Ears and Eyes-Team das Firmenjubiläum zu feiern. Die beiden Gründer begrüßen lachend die Gäste und sind sichtlich stolz auf das, was sie mit Ears and Eyes geschafft haben. Doch wie kam es vor rund 15 Jahren eigentlich zur Gründung des Markt- und Trendforschungsinstitutes? Brahmsallee 6 in Eimsbüttel, nicht weit von der Außenalster in Hamburg. Über unebenes Kopfsteinpflaster holpern Fahrräder die wenig befahrene Allee entlang, vorbei an den weißen, im Jugendstil gebauten, Mehrfamilienhäusern. In den hellen Räumen mit großen Fenstern und einem gemütlich moosgrün gekachelten Ofen lässt es sich gut arbeiten: Susanne Maisch und Frank Lüttschwager machen es vor, seit mehr als fünfzehn Jahren.

Susanne Maisch kommt ursprünglich aus der Werbung. Bei der Kreativschmiede Springer & Jacoby arbeitete sie nach einem abgebrochenen Germanistik-Studium als Etat-Direktorin. Nachdem sie 1997 ihr erstes Kind bekam, verließ die frisch gebackene Mutter Springer & Jacoby und ging in Mutterschutz. „Nach einem halben Jahr habe ich dann relativ schnell angefangen, mich zu langweilen“, erzählt Maisch lachend. Durch einen Zufall lernte sie kurze Zeitspäter Frank Lüttschwager kennen, „damals schon Marktforscher und ein echter InternetPionier“, erinnert sich die zweifache Mutter. Lüttschwager, der nach dem Abitur zunächst einige Semester Elektrotechnik studierte, war damals Projektleiter bei einem Marktforschungsinstitut. „Dort habe ich erst einmal die E-Mail eingeführt, denn das kannte damals ja noch niemand“, schmunzelt der gebürtige Nordfriese. Zunächst fingen die beiden an, über das Internet, beispielsweise im Forum von McDonald’s, Kinder für Befragungen zu rekrutieren. In der Studie ging es damals um ein Projekt für die Firma Ravensburger, die für ein Spiel die Zielgruppe der Teenager befragen wollte. „Das Spiel wurde dann tatsächlich auf den Markt gebracht“, freut sich Frank Lüttschwager. Der Gedanke, dass sie dasselbe auch mit Erwachsenen machen könnten, kam schnell. Auch wenn die Ex-Werberin der Marktforschung zunächst skeptisch gegenüberstand, ergänzen sich die beiden perfekt: Sie ist die praktisch orientierte Frühaufsteherin, er der Langschläfer mit einer ausgeprägten Affinität für Technik und Zahlen. <…>
In den nächsten Jahren sei das Institut relativ stark expandiert. Heute werden immer noch ein bis zwei Mitarbeiter im Jahr eingestellt. „Ein Drittel der Mitarbeiter ist schon über zehn Jahre bei uns, wir haben also auch eine sehr geringe Fluktuation“, betont Susanne Maisch. Außerdem bildet das Marktforschungsinstitut auch regelmäßig aus – sowohl alle drei Jahre einen klassischen Fachangestellten für Markt- und Sozialforschung sowie einen Azubi in der IT. Eine Auszubildende von Ears and Eyes wurde sogar von der Stadt Hamburg als Auszubildende des Jahres ausgezeichnet. „Das freut uns natürlich“, so die Gründer.
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Wenn man von Susanne Maisch wissen möchte, was Ears and Eyes von anderen Instituten unterscheidet, sagt sie, dass sie bis heute keinen Kunden für selbstverständlich nehme. „Wir sind stolz auf die vielen Kunden, die uns zum Teil schon seit über zehn Jahren die Treue halten. Und wir freuen uns über jeden neuen Kunden“, erklärt die Marktforscherin. Außerdem ruhe sich das Ears and Eyes-Team nicht auf seinem Erfolg aus, sondern wisse, dass es wichtig sei, Kunden immer wieder zu begeistern und zufrieden zu stellen. „Das Besondere an Ears and Eyes ist, dass es seinen Kunden maßgeschneiderte Marktforschung bietet“, erzählt Lüttschwager. Der große Vorteil sei dabei, dass sowohl IT als auch Marktforschung unter einem Dach vereint sei. Der Kunde bekomme also kein vorgefertigtes Standardprodukt, sondern eine Lösung, die individuell auf ihn angepasst wird. Denn wenn man die bestmögliche Antwort auf eine spezielle Frage liefern möchte, sei dies mit Standardprodukten oft gar nicht möglich. Über die Zeit wurden deshalb über 40 eigene, maßgeschneiderte Instrumente konzipiert und programmiert, um veränderten Marktsituationen und Kundenanforderungen gerecht zu werden. Ganz speziell für Ears and Eyes sei außerdem auch die Kombination von Markt- und Trendforschung. Wie diese beiden Forschungsrichtungen erfolgreich ineinandergreifen können, war beispielsweise auch Thema des Ears and Eyes-Workshops, den Juliane Berek, Leitung qualitative Forschung, auf der Marktforschungsmesse Research & Results 2014 hielt. Zusammen mit Cristiana Ohm von Klosterfrau zeigte Berek, wie über die Integration von Trendforschung in den Ideation-Prozess zusätzliche Innovationsimpulse gewonnen werden können.

Wenn die beiden Forscher in die Zukunft blicken, möchten sie vor allem eines: weiter innovativ bleiben. So wird beispielsweise responsives Design auch in Zukunft bei Ears and Eyes eine große Rolle spielen. Sowohl die Panelseiten als auch die Firmenseite www.earsandeyes.com sind bereits responsiv, die Panelseiten schon seit fast zwei Jahren. Damit soll es den Befragten zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich sein, an Befragungen teilzunehmen – sowohl per Desktop als auch über ein Tablet oder ein Mobiltelefon. Dies sei für die Erreichbarkeit der Teilnehmer und damit für die Rücklaufquoten bei Befragungen ganz wichtig, weiß Susanne Maisch. Zudem möchten die Unternehmensgründer auch in Zukunft weiter als „Problemlöser“ für ihre Kunden fungieren. Dazu gehört auch das Thema Visualisieren von Ergebnissen. „Wir möchten in Zukunft nicht nur Pressemitteilungen mit einer Grafik versehen, sondern auch unseren Kunden am Ende einer Studie eine Infografik liefern, die noch einmal die Kernergebnisse visualisiert“, erklärt Lüttschwager. Dazu hat Ears and Eyes Anfang des Jahres auch eine eigene Abteilung gegründet, die für die Charts zuständig ist. Susanne Maisch und Frank Lüttschwager wünschen sich außerdem, dass sie das gute Betriebsklima in den nächsten Jahren erhalten können. Es soll weiter Spaß machen, bei Ears and Eyes zu arbeiten. Das Mitarbeiter-Grillen, die Massagen und das sympathische Geschäftsführer-Duo werden sicherlich dazu beitragen.

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14. Dezember 2014|