Viele Veganer und Vegetarier sehen sich Kritik ausgesetzt

Umfrage zum Weltvegantag 2019

Der Verzicht auf tierische Produkte gehört zu den großen Ernährungstrends. Bild: Engin Akyurt / Pixabay

Hamburg, 24. Oktober 2019 – 7 von 10 Veganern und Vegetariern mussten sich in den letzten sechs Monaten für ihre Ernährungsweise rechtfertigen. Aber auch gut jeder dritte Allesesser (38 %) hat sich in diesem Zeitraum zuweilen aufgrund seiner Essgewohnheiten kritisiert gefühlt.

Das ist das Ergebnis einer EARSandEYES-Studie anlässlich des Weltvegantags am 1. November 2019, für die das Hamburger Marktforschungsinstitut aktuell 1.000 in Deutschland lebende Personen bevölkerungsrepräsentativ befragt hat.

Die Studie beleuchtet zudem die Motivationen der Menschen für ihre jeweilige Ernährungsweise. Dabei zeigen sich Gemeinsamkeiten, aber auch deutliche Unterschiede: So nennen beispielsweise zwei Drittel aller Befragten – gleich welcher Gruppenzugehörigkeit – Gesundheit und Wohlbefinden als wichtige Beweggründe (67 %).

Nach dem einen, wichtigsten Antrieb für die eigene Ernährungsweise gefragt, tritt bei den Allesessern ganz klar der Genussaspekt in den Vordergrund: Fast jeder Vierte (23 %) nennt diesen als primäre Motivation, wohingegen sich lediglich 8 % aus der Gruppe der Veganer, Vegetarier und Flexitarier entsprechend äußern.

Artgerechte Tierhaltung und Nachhaltigkeitsaspekte wiederum stehen bei jedem vierten bis fünften Veganer, Vegetarier und Flexitarier an erster Stelle (23 % resp. 22 %), während diese Argumente lediglich bei 9 % beziehungsweise 3 % der Allesesser den Top-Spot einnehmen.

Uneinigkeit herrscht auch über konkrete alltägliche Fragen: So beurteilt ein Drittel der Veganer, Vegetarier und Flexitarier (33 %) eine fleischlose Ernährung als preisgünstig; diese Meinung teilen nur 16 % der Allesesser. Jeder Zweite von ihnen (48 %) stimmt im Gegenteil der These zu, dass eine Ernährung ohne Fleisch am Ende teurer zu Buche schlage als mit – eine Sichtweise, die nur 32 % der Veganer, Vegetarier und Flexitarier teilen.

Jeder vierte Allesesser widerspricht übrigens der verbreiteten Sichtweise, dass Fleischverzicht einen wichtigen Beitrag zur Lösung von Umweltproblemen leiste oder Volkskrankheiten wie Gewichtsprobleme oder Herz-Kreislauferkrankungen vorzubeugen helfe – beides Thesen, die unter Fleischverzichtern wenig überraschend auf breite Zustimmung stoßen.

Weitere Informationen zur Studie

Stichprobe: n = 1.000 in Deutschland lebende Personen, 16-69 Jahre
Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse

Methode: Online-Omnibusbefragung. Geschlossener, qualitätskontrollierter EARSandEYES Accesspool

Befragungszeitraum: 16. bis 22. Oktober 2019

Die Ergebnisse sind nur unter Angabe der Quelle frei verwendbar.

24. Oktober 2019|