Fast zwei Drittel für Wahlprognosen-Stopp vor dem Wahltag

Hamburg, 15. September 2017 – Schwarz-Gelb, GroKo, oder doch Rot-Rot-Grün? In den Wochen vor der Bundestagswahl erscheinen nahezu täglich neue Studien von Meinungsforschungsunternehmen, die ein mögliches Wahlergebnis vorhersagen. Wahlprognosen dienen als willkommener Aufmacher für Zeitungen und Diskussionsgrundlage in politischen Talkshows. Eine Mehrheit der Bevölkerung steht dieser Praxis jedoch kritisch gegenüber, wie eine bevölkerungsrepräsentative Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts EARSandEYES jetzt ergab.

62 Prozent der Befragten befürworten demnach eine Sperrfrist für Prognosen im Vorfeld von Wahlen. Dabei sind Männer deutlich skeptischer als Frauen: 67 Prozent der männlichen Befragten und 58 Prozent der Frauen finden eine entsprechende Regelung sinnvoll. Etwa ein Viertel der Befürworter (23 %) spricht sich für eine zweiwöchige Sperrfrist aus, 41 Prozent möchten einen Monat oder länger vor der Wahl keine Prognosen mehr sehen.

Die Gründe für eine Ablehnung von Wahlumfragen sind vielfältig: So lenkten Prognosen die Aufmerksamkeit unverhältnismäßig stark auf Personen (56 %) und auf große Parteien (64 %), politische Inhalte träten dagegen in den Hintergrund. Dass Prognosen das Verhalten von Wählern beeinflussen, steht für 53 Prozent außer Frage.

„Wir stellen fest, dass Wähler zunehmend sensibilisiert sind für eine mögliche Beeinflussung durch die Vielzahl veröffentlichter Prognosen“, erläutert Frank Lüttschwager, Geschäftsführer von EARSandEYES. „Dabei geht es weniger um die Präzision der Vorhersagen – kritisiert wird vor allem der mediale Umgang mit den Ergebnissen.“

Studiendesign

Stichprobe: n = 1.000 in Deutschland lebende Personen ab 18 Jahren
Bevölkerungsrepräsentativ
Online-Befragung im September 2017
Befragtenauswahl: Qualitätskontrollierter EARSandEYES Accesspool

Fordern Sie gern unsere Datentabellen an. Die Studie liefert weitere, detaillierte, nach demographischen Merkmalen (Alter, Geschlecht) aufgesplittete Ergebnisse.

15. September 2017|