Digitalisierung: Wenig Vertrauen in Wirtschaft und Politik

Viele Deutsche sehen die Digitalisierung mit gemischten Gefühlen. Bild: Pixabay / fancycrave1

Hamburg, 15.08.2018 – Die digitale Transformation bietet Chancen für Bildung und Berufsleben, sorgt aber auch für Verunsicherung. Das zeigt die repräsentative Studie „Digital Insights“, eine Kooperation der International School of Management (ISM) mit dem Marktforschungsinstitut EARSandEYES.

Drei von vier Deutschen sind sich einig: Die Digitalisierung erleichtert den Zugang zu Wissen und Bildung. 60 Prozent beurteilen sie gar als unabdingbare Voraussetzung für wirtschaftlichen Aufschwung, und fast genauso viele (58 %) stimmen der These zu: „Die Digitalisierung macht das Leben einfacher“.

Die Studie demonstriert allerdings auch einen beachtlichen Vertrauensmangel gegenüber den verantwortlichen Institutionen. So äußern lediglich 12 Prozent der Befragten ein grundsätzliches Vertrauen gegenüber den verantwortlichen Politikern, auch die beteiligten Unternehmen kommen mit 20 Prozent kaum besser weg. Nur jeder Fünfte glaubt daran, dass die Regierung die Herausforderungen der Digitalisierung meistern wird.

Überwachung und Datenschutz sind Hauptbedenken

Zu den größten Sorgen der Befragten in Bezug auf die digitale Transformation gehört die Gefahr einer totalen Überwachung – entsprechend äußert sich jeder zweite Befragte. Im Segment 50+ stimmen ganze 57 Prozent dieser These zu.

Deutlich wird auch der Wunsch nach einer strengeren Regulierung im Hinblick auf den Daten- und Verbraucherschutz: 60 Prozent der Befragten halten diesen Punkt für wichtig. Da die Befragung vor dem Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) durchgeführt wurde, lassen sich über die Wirksamkeit der umstrittenen EU-Verordnung allerdings noch keine Rückschlüsse ziehen.

„Im Rahmen einer möglichen Folgestudie dürfte die Frage interessant sein, ob sich durch die DSGVO der gefühlte Schutz der Bevölkerung vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten tatsächlich verbessert hat“, führt EARSandEYES-Geschäftsführer Frank Lüttschwager aus.

Für die bevölkerungsrepräsentative Studie befragte EARSandEYES im Auftrag der ISM im März 2018 1.000 in Deutschland lebende Personen im Alter von 16 bis 69 Jahren.

15. August 2018|