Anonymisierte Bewerbungsverfahren

Hamburg, 8. November 2010. Knapp jeder dritte Bundesbürger hat sich bei der Jobsuche aufgrund des Alters, der Herkunft oder anderer persönlicher Angaben schon benachteiligt gefühlt.

Weitere 26% der Bundesbürger kennen dieses Problem von Freunden oder Verwandten. So das aktuelle Ergebnis einer Online-Umfrage des Hamburger Markt- und Trendforschungsinstituts EARSandEYES, bei der konkret nach Benachteiligung durch Alter, Geschlecht, Aussehen, Familienstand oder Herkunft bei einem Bewerbungsverfahren gefragt wurde.

Abhilfe soll nun das sog. anonymisierte Bewerbungsverfahren schaffen. Hierbei enthalten Bewerbungen weder Foto noch persönliche Angaben wie: Name, Geburtsdatum und -ort. Dadurch sollen Bewerber nur noch nach ihrer Qualifikation beurteilt werden.

Aus Sicht eines Bewerbers bewerten 66% der Befragten diese Idee positiv. Das ändert sich jedoch mit der Sichtweise: Vom Standpunkt eines Personalchefs gesehen befürwortet nur noch jeder Dritte diese Auswahlmethode.

Hinsichtlich der Wirksamkeit des anonymisierten Bewerbungsverfahrens sind die Bundesbürger geteilter Meinung. 44% denken, dass es zumindest teilweise zu mehr Gerechtigkeit und weniger Diskriminierung führen kann, 49% stehen dem Ganzen jedoch eher skeptisch gegenüber. Alarmierender weise sind nur 7% davon überzeugt, dass Bewerber schon heute ausschließlich nach ihrer Qualifikation ausgewählt werden.

An dieser repräsentativen Befragung nahmen 1.275 Bundesbürger ab 18 Jahren teil.

Befragungsdesign

  • Stichprobe: n = 1.275 Bundesbürger
  • Altersgruppe: 18-65 Jahre
  • Methode: Online-Befragung im qualitätskontrollierten EARSandEYES Accesspool
  • Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse. Angleichung an die amtliche Statistik für Alter, Geschlecht mittels iterativer Gewichtung
8. November 2011|