Schonmal von rosa Schokolade gehört? Vier Top-Trends von der ISM 2019

Rosafarbene „Ruby“-Schokolade am Messeauftritt von Barry Callebaut. Bild: EARSandEYES

Wenn Ende Januar der Weihnachts- und Silvesterkater endgültig überwunden ist, die Tage ganz zaghaft wieder länger werden und unsere Kunden aus der Süßwarenbranche geschlossen anfangen, Auto-Responder zu versenden, dann ist es wieder so weit: Mit der ISM öffnet in Köln die Weltleitmesse für Süßwaren und Snacks ihre Pforten.

Die ISM ist aber nicht nur ein Pflichttermin für viele unserer Kunden, sondern auch für uns. Denn als beratendes Institut mit besonderer Expertise im Bereich Innovationsforschung halten wir uns natürlich bezüglich der Neuheiten im Warenregal auf dem Laufenden. Und davon gab es auch in diesem Jahr einige.

ISM 2019: Barry Callebaut. Bild: EARSandEYES

1. Die Schoko-Welt ist rosa!

Spätestens, seit Nestlé im Frühjahr 2018 mit „KitKat Ruby“ das erste Produkt unter Verwendung der sogenannten „vierten echten Schokolade“ auf den Markt brachte, ist klar: Die rosa Schokolade aus der „Ruby“-Kakaobohne hat eine große Zukunft vor sich.

Auch in Köln zeigte sich: Der KitKat-Launch war allenfalls ein erster Vorgeschmack auf das, was noch kommt. Überall sah man Kreationen aus dem neuen Rohstoff, ganz besonders hochwertig präsentiert und live in den schönsten Formen zubereitet zum Beispiel am Stand des Schweizer Herstellers und „Ruby“-Schöpfers Barry Callebaut.

Die pinke Schokolade ist nicht etwa gefärbt oder mit Beeren oder Beerenaroma versetzt. „Ruby“ ist eine Kakaobohnen-Sorte, die bei der Verarbeitung rosa wird. Die Frucht soll schon länger bekannt sein, doch mit „Ruby“ gelang Barry Callebaut der Durchbruch bei der Verarbeitung.

2. Schokolade mit „Biss“

Stichwort Schokolade: Der Süßwaren-Klassiker macht auch abseits von „Ruby“ derzeit eine bemerkenswerte Transformation durch. Als Kontrapunkt zum Edel- und Confiserie-Segment streben bereits seit einiger Zeit Marken wie „Tony’s Chocolonely“ mit einem nachhaltigen Markenversprechen und selbstbewusstem Auftritt nach Marktanteilen.

Die laute, expressive Aufmachung von Marken wie Johnny Doodle, mine oder myChoco ist ein echter Hingucker im Schokoladenregal und ein spannender Trend beim Verpackungsdesign.

3. Vegane Versuchung

Wir glauben schon lange nicht mehr, dass es sich hierbei um einen kurzfristigen Trend handelt: Vegan, halal, oder koscher produzierte Süßwaren und Snacks sind ein Renner nicht nur bei der jüngeren Zielgruppe.

Ähnlicher Meinung scheint auch Katjes Fassin zu sein: Nicht zuletzt mit dem Ausbau seiner Vegan-Credibility konnte der Fabrikant aus dem nordrhein-westfälischen Emmerich dem allgemeinen Stagnationstrend der Branche im vergangenen Jahr mit 11 Prozent Wachstum mächtig trotzen.

2019 setzt Katjes weiter konsequent auf vegan und erweitert sein Sortiment im Frühjahr um eine tierproduktfreie Schokolade („Chocjes“), die auf der ISM ebenfalls einem ausgewählten Publikum vorgestellt wurde.

Auch der Wiener Hersteller Manner greift die Vegan-Bewegung humorvoll auf:

ISM 2019: Manner. Bild: EARSandEYES

4. Ausgewogene Aussichten: Gesünder genießen?

Das Aachener Traditionsunternehmen Zentis erweitert 2019 sein Portfolio mit „MyCorn“ um einen kernigen Cerealien-Snack – und fährt damit auf einem weiteren aktuellen Süßwarentrend mit: Hierzulande noch eher wenig verbreitete Grundstoffe wie das proteinreiche Quinoa sollen ein jüngeres, bewusstes Publikum ansprechen.

In eine ähnliche Kerbe schlagen auch diverse Angebote anderer Hersteller, die gesunde Inhaltsstoffe ins Zentrum ihrer Kommunikation stellen: Functional Food ist im Süßwarensegment angekommen, geworben wird mit Vitaminzusatz, Collagen, Q10 oder Spurenelementen wie Calcium.

Natürliche Snacks (und damit vermeintlich gesündere Alternativen) begegneten uns auch zahlreich in Form von Frucht- und Gemüsechips, Keksen und Schokoladen. Die dunkle Schokolade mit rosa Pfeffer wurde uns in diesem Zusammenhang von Leysieffer besonders ans Herz gelegt.

Bonus-Trend: Geschenke, Geschenke!

Ein bisschen haben wir uns in Köln gefühlt wie das sprichwörtliche Kind im Süßwarenladen: Man schenkt wieder Süßes! Geschenkverpackungen und -Sets in allen Größen, Formen und Farben buhlten in den Messehallen erbarmungslos um die Aufmerksamkeit des Publikums – hier stilvoll, da ausgefallen, teilweise ziemlich speziell, aber immer ein Hingucker.

1. Februar 2019|Praxis|

Über den Autor:

Susanne Maisch
Susanne Maisch ist geschäftsführende Gesellschafterin bei EARSandEYES. Die gelernte Kommunikationskauffrau hat viele Jahre in nationalen und internationalen Agenturen gearbeitet, zuletzt bei Springer & Jacoby, der ersten und einer der erfolgreichsten Kreativagenturen Deutschlands.