Ein Donut, auch Krapfen genannt. Bild: Andres Ayrton/Pexels.

Die Zwischenmahlzeit hat seit Jahren Hochkonkjunktur. „Snackification“ nennen Trendforscher*innen diese Entwicklung, die uns vermeintlich immer häufiger zur schnellen Nahrungsaufnahme abseits der gewohnten Hauptmahlzeiten bewegt. Wir wollten es genauer wissen und haben unsere Panel-Teilnehmer*innen zu ihren Snack-Gewohnheiten befragt.

Zunächst die harten Fakten: Menschen in Deutschland nehmen im Durchschnitt etwa 2,3 Mal pro Tag Snacks zu sich. „Snack“ ist in diesem Fall übrigens definiert als kleine Speise wie Obst, Joghurt, Süßes oder Knabbereien – also alles, was nicht zu den traditionellen Hauptmahlzeiten gehört.

Junge Menschen snacken öfter

Gravierende Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es hier nicht – wohl aber beim Alter: Am häufigsten geben unserer Befragung zufolge die 18- bis 29-Jährigen ihrem Snack-Hunger nach. Mit 2,7 Snacks pro Tag nehmen sie im Schnitt etwa eine halbe Zwischenmahlzeit mehr zu sich als Menschen zwischen 40 und 59 – und fast eine ganze mehr als Befragte ab 60 (1,8 Snacks pro Tag).

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Eingebetteter Inhalt (zum Anzeigen klicken): Diagramm zur Snackfrequenz nach Altersgruppen.

Wie sieht es mit dem Nährstoffgehalt aus? Durchwachsen. Während knapp die Hälfte der Befragten angibt, teils nährstoffarm und teils nährstoffreich zu snacken, räumen immerhin 15 Prozent ein: Nährwerttechnisch ist noch Luft nach oben. 31 % hingegen behaupten von sich, überwiegend Snacks mit einem nennenswerten Nährstoffgehalt zu sich zu nehmen.

Je häufiger, desto ungesünder?

Im Übrigen ist eine interessante Korrelation mit der Snackfrequenz auszumachen: Wer sich viermal oder häufiger pro Tag am Snack-Regal bedient, tendiert eher zur weniger gesunden Zwischenmahlzeit, während selteneres Snacken prinzipiell häufiger mit (laut eigener Aussage) nährstoffreicher Snack-Kost einhergeht.

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Frage nach dem Grad der Verarbeitung: Auch hier korreliert eine Vorliebe für eher stark Verarbeitetes mit einer höheren Snack-Frequenz über den Tag. Sehr deutlich wird dies im Umkehrschluss: Während fast ein Viertel der „Wenig-Snacker“ (maximal drei Snacks am Tag) sich klar zu naturbelassenen Snacks bekennt, sind dies in der Riege der Viel-Snacker lediglich 5 Prozent.

Männer stehen zum verarbeiteten Snack

Es bestätigt sich im Übrigen ein gängiges Vorurteil, wonach Männer eher zum verarbeiteten Snack greifen. In Zahlen sind dies 38 % – im Gegensatz zu 23 % der Frauen, die eine entsprechende Vorliebe einräumen. Beim Bekenntnis zur naturbelassenen Zwischenmahlzeit ist das Bild wieder weitgehend ausgeglichen, wenngleich die Frauen doch leicht überwiegen.

Geht es um Süß gegen Salzig, präferiert etwa ein Drittel der Befragten die süße Variante (32 %), während sich 15 % (überwiegend Männer) explizit für Salziges aussprechen. Die Hälfte aller Befragten möchte sich jedoch nicht entscheiden und beurteilt die eigene Vorliebe als ausgewogen.

Infografik zum Thema Snacking. Bild: EARSandEYEs

Über die Studie

Befragungszeitraum: März/April 2021
Grundgesamtheit: Deutsche Wohnbevölkerung
Stichprobengröße: n = 1.100
Altersgruppe: 18-69 Jahre
Methode: Online-Befragung im geschlossenen, qualitätskontrollierten EARSandEYES Accesspool. Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse.