Aktive Recherche: Eher die Ausnahme unter Privatanleger*innen. Bild: Firmbee.com / Unsplash

Die große Mehrheit der Privatanleger*innen in Deutschland hat zumindest einen Teil ihres Geldes in „klassische“ Produkte wie Tagesgeldkonto oder Sparbuch investiert. Diese gelten als sicher und pflegeleicht, bieten aber im Allgemeinen auch eine recht geringe Rendite.

Unserer aktuellen, bevölkerungsrepräsentativen Studie zufolge ist die große Mehrheit der Privatanleger*innen in Deutschland (93 %) „klassisch“ investiert: 55 Prozent der Anleger*innen besitzen demnach ein Tagesgeldkonto, ebenfalls etwas über die Hälfte der befragten Anleger*innen nennt ein Sparbuch ihr Eigen (51 %). Zu den „klassischen“ Anlageformen zählen neben den beiden genannten Produkten auch Lebensversicherung, Bausparvertrag und Festgeldkonto.

Für zwei Drittel ist aktives Investment kein Thema

Entsprechend hält sich der persönliche Zeitaufwand in Sachen Investment für die meisten Befragten in Grenzen. So geben 63 Prozent der Anleger*innen an, sich monatlich nicht mehr als eine Stunde mit Aspekten wie Recherche, Handel oder Abrechnung zu befassen. Für ein weiteres gutes Viertel (28 %) beläuft sich dieser Posten auf maximal vier Stunden pro Monat, wobei der Zeitaufwand unter männlichen Befragten insgesamt deutlich höher liegt als bei den Frauen.

Die zweithäufigste Kategorie von Anlageprodukten sind Wertpapiere: 49 Prozent der Anleger*innen haben gegenwärtig in diese Produktgruppe investiert. Gut zwei Drittel von ihnen besitzen Anteile in Aktienfonds oder ETFs, fast jede*r Fünfte aller Anleger*innen auch Einzelaktien (19 %). Durchweg ist in dieser Kategorie ein deutlicher Männerüberschuss festzustellen – im Bereich Einzelaktien etwa liegt der Anteil männlicher Anleger mit 26 Prozent mehr als doppelt so hoch wie der von Frauen.

Mit 33 Prozent der befragten Anleger*innen schließlich machen Immobilien die drittgrößte Kategorie der Privatanlage aus; der weitaus größte Teil der hier investierten Anleger*innen besitzt eine eigene Immobilie.

Hoher Zeitaufwand bei Krypto-Anleger*innen

Zu den ausgefalleneren, aber gerade in letzter Zeit besonders prominenten Anlageformen gehören die sogenannten Kryptowährungen wie beispielsweise Bitcoin, Ether oder Ripple. Immerhin sieben Prozent der befragten Anleger*innen haben sich bislang auf dieses Gebiet vorgewagt – mit elf Prozent überwiegen auch hier die Männer deutlich.

Auffällig ist, dass Inhaber dieser besonderen Anlageformen einen verhältnismäßig hohen Zeitaufwand angeben: 21 Prozent von ihnen beschäftigen sich zwischen 5 und 15 Stunden monatlich mit ihrem Investment, acht Prozent sogar mehr als 15 Stunden – deutlich mehr als bei jedem anderen untersuchten Anlageprodukt.

Über die Studie

Befragungszeitraum: Mai/Juni 2021
Grundgesamtheit: Deutsche Wohnbevölkerung
Stichprobengröße: n = 1.000
Altersgruppe: 18-69 Jahre
Methode: Online-Befragung im geschlossenen, qualitätskontrollierten EARSandEYES Accesspool. Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse.