Auch Unternehmen wie Kärcher, Lufthansa oder Audi haben den Podcast für sich entdeckt. Bild: Pixabay

Vor rund sieben, acht Jahren kam in den deutschen Marktforschungs-, Marketing- und Kommunikationsabteilungen erstmals die Info an, dass Podcast das große neue Ding werden soll. Aha, sagte man sich und schaute sich staunend an.

Das Potenzial wurde damals noch nicht wirklich, beziehungsweise skeptisch, gesehen. Die paar Podcasts, die es bei den Streamingdiensten bereits zu hören gab, waren meist am Küchentisch aufgenommen, bestanden aus belanglosen und/oder nervigen Gesprächen zwischen zwei noch belangloseren Personen. Doch nach und nach änderte sich das.

Der Begriff Podcast ist eine Wortkreation aus dem englischen pod = kapsel und cast aus broadcast = übertragen/senden. Dass Apple 2001 den iPod auf dem Markt brachte, trug zur Etablierung des Wortes Podcast sein Weiteres bei. Zunächst entwickelte sich das Genre der Video-Podcasts, erst später wurde daraus mehr und mehr ein Audio-Medium. Laut der aktuellen Apple Podcast Statistik gibt es zurzeit um die 2,4 Millionen Podcast-Angebote mit rund 63 Millionen Episoden. Und das sind nur die Podcasts, die über Apple abrufbar sind! Die Verbreitung des Smartphones und den damit verbunden mobilen App-Lifestyle verhalf dem Audio-Podcast schließlich zum Durchbruch.

Sah man früher noch in Bus und Bahn die Mitfahrer*innen in Zeitungen und Zeitschriften vertieft, hat heute fast jede*r die Stöpsel im Ohr. Damit wird aber nicht nur Musik gehört und währenddessen am Handy Nachrichten gescrollt oder bei Tinder gewischt. Immer mehr Menschen konsumieren Podcasts. Bei der mittlerweile großen Auswahl an Angeboten, kann man sich genau das Thema auswählen und anhören, was einem persönlich grade interessiert. Einen Podcast zu hören, lässt sich nebenbei und weniger raumeinnehmend machen, als klassisch eine Zeitung oder Zeitschrift in der Hand zu halten. Heute wird überall „gepodcastet“. Ob im Bus, in der Bahn, im Auto, beim Kochen, Putzen oder Aufräumen, zuhören kann man fast allerorts.

Podcast ist das meist genutzte Streamingformat 

Nach einer EARSandEYES Studie* konsumiert fast jeder zweite Musikstreaming-Nutzer unter 25 Jahren auch Podcasts. Je größer die Anzahl an Musikstreaming-Accounts und je größer die Anzahl an Nutzern in einem Haushalt, desto größer ist auch das Interesse an Podcast. Mit 47 % sind Podcasts damit in dieser Altersgruppe nach Musik das meistgenutzte Streaming-Format, Tendenz steigend. „Podcasts haben in Deutschland mit Formaten wie Fest & Flauschig, Hotel Matze oder Gemischtes Hack immens an Popularität gerade bei jungen Nutzern gewonnen“, führt der für die Studie verantwortliche Client Service Director Frank Zander aus. Ebenso entdecken die über 25-jährigen mehr und mehr das große Themenuniversum, das man sich aufs Ohr holen kann. Heute gibt es kaum noch Smartphone Nutzer*innen, die nicht schon mal was von Podcasts gehört haben oder wissen, was damit gemeint ist.

Podcasts sind zu einem Informationsmedium geworden, bei dem man sich schnell Informationen zum gesuchten Stichwort anhören kann. Die Länge der Podcasts hängt ebenfalls von der Zielgruppe beziehungsweise vom Thema ab. Bei Nachrichten- und News- Podcasts, gehen die Beiträge selten über 15 Minuten hinaus. Hingegen bei den Special-Interest-Podcasts, sind die Episoden oftmals länger, wie zum Beispiel der Oldtimer Podcast ClassicPodCars, bei dem eine Folge auch gern mal über eine Stunde geht.

Und eben diese hohe Aufmerksamkeit, die Hörer*innen ihrem Podcast zukommen lassen, macht das Medium für Werbung interessant. Neben den Podcast Ads von Spotify, rücken daher auch Unternehmens-Podcasts immer mehr ins Bewusstsein der Marketingabteilungen.

Unternehmens-Podcast

Unternehmen wie Kärcher, Lufthansa oder Audi, Verbände wie Ärzte ohne Grenzen, der Verband Deutsche Tiernahrung oder auch Institute wie das Goethe- oder Öko-Institut sind auf den Podcast gekommen und nutzen diesen als Informations-, Vertriebs- und Werbekanal. Wichtig ist aber, dass die Qualität des Podcasts stimmen muss. Die Zeiten, wo einfach am Küchentisch drauf los gequatscht wurde, ohne sich im Vorfeld redaktionelle Gedanken gemacht zu haben und die Tonqualität dabei ganz außeracht gelassen wurde, sind vorbei. Zielgruppenanalysen durch sowohl quantitative wie auch qualitative Marktforschung etablieren sich im Vorfeld der Produktion auch bei diesem Medium. Nachvollziehbar, wenn man bedenkt, was ein Flop kosten kann – abgesehen vom Imageverlust.

Und selbstverständlich gibt es mittlerweile auch einen Podcast-Award, bei dem sich ebenso Unternehmenspodcasts in den Kategorien Nachrichten und Politik, Comedy, Wissen oder Lifestyle bewerben können.

Ein besonders kreatives Beispiel für einen Unternehmens-Podcast ist der fünfteilige Fiction-Podcast Backup‚ der Lufthansa Group zum Thema künstliche Intelligenz, kurz KI. Hintergrund: Als Dienstleister bietet Lufthansa Industry Solutions KI-Lösungen auch außerhalb des Luftverkehrs an. Eine originelle und innovative Art, seine Dienstleistungen zu transportieren, finden wir.

Und was würde sich Ihre Zielgruppe aufs Ohr holen? Sprechen Sie uns gerne an, Frank Zander und Esther Hestermann helfen Ihnen es herauszufinden.

Making-of

Und weil wir Podcasts einfach lieben, hier ein paar Tipps der EARSandEYES Mitarbeiter*innen:

  • Einfach mal Luppen. Die Fußballbrüder Toni und Felix Kroos sprechen über alles was sie bewegt und laden dazu auch prominente Gäste ein.
  • Schwungmasse – Der finanz-heldinnen Podcast. Ein Finanz Podcast von Mitarbeiterinnen der comdirect.
  • Geschichten aus der Geschichte von DIE ZEIT.
  • Clean. Der Kärcher Podcast.
  • Mordlust. Ein True-Crime-Podcast über wahre Kriminalfälle.
  • Happy holy & confident. Weiterentwicklung, Bewusstsein, Business und Spiritualität.
  • Hundestunde. Ein Hundepodcast über Erziehung und Beziehung.
  • Auf den Punkt gebracht von Süddeutsche Zeitung.

* Über die Studie

Befragungszeitraum: 5. November bis 6. Dezember 2019

Grundgesamtheit: Deutsche Wohnbevölkerung

Stichprobengröße: n = 1.500

Altersgruppe: 18-69 Jahre

Methode: Online-Befragung im geschlossenen, qualitätskontrollierten EARSandEYES Accesspool. Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse