Windkraftanbieter sind oft Teil einer nachhaltigen Anlagestrategie. Bild: Sander Weeteling / Unsplash

Der Megatrend Nachhaltigkeit beeinflusst nicht nur unser Konsum-, sondern auch unser Anlageverhalten. Umweltverträglichkeit ist heute für viele Privatanleger*innen ein maßgeblicher Faktor bei ihrer Investmententscheidung.

Laut unserer aktuellen, repräsentativen Studie finden 42 Prozent der Privatanleger*innen in Deutschland es wichtig, ihr Geld in Unternehmen zu investieren, die nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen anbieten.

Diese Einstellung hat jedoch nicht immer Konsequenzen: Lediglich 44 Prozent der genannten Anlegergruppe haben gegenwärtig auch tatsächlich Geld in nachhaltige Unternehmen investiert – beziehungsweise 29 Prozent aller befragten Anleger*innen.

Knapp einem Viertel der Privatanleger*innen (23 %) ist nachhaltiges Investment dagegen kaum oder überhaupt nicht wichtig, wobei Männer hier mit 26 Prozent leicht überwiegen.

Diese Branchen meiden Anleger*innen

Die Verbindung von Investment und ethischen Erwägungen ist allerdings einer klaren Mehrheit der Befragten eingängig: Zu den Branchen, die von Anleger*innen laut eigener Aussage grundsätzlich gemieden werden, gehört beispielsweise die Rüstungsindustrie: 61 Prozent der befragten Anleger*innen würden ihr Geld auf keinen Fall hier anlegen. Auch Atomenergie und Tabakindustrie werden verhältnismäßig kritisch betrachtet: Jeweils knapp jede*r Zweite lehnt ein Investment hier grundsätzlich ab.

Unter Anleger*innen, die nach eigener Aussage besonderen Wert auf nachhaltige Geldanlage legen, sprechen sich sogar 74 Prozent gegen eine Beteiligung an der Rüstungsindustrie aus; 61 Prozent lehnen Atomenergie ab und 57 Prozent die Tabakindustrie. Die Branchen Tourismus und Kosmetik hingegen werden von lediglich 11 beziehungsweise 15 Prozent der befragten Anleger*innen ausgeschlossen – der persönliche Stellenwert von Nachhaltigkeit scheint hierbei keine Rolle zu spielen.

Wiederum etwa jeder vierte männliche Anleger würde grundsätzlich in jede Branche investieren, so lange die Rendite stimmt, bei Frauen ist es mit 19 Prozent knapp jede fünfte.

Schlussendlich hat der persönliche Stellenwert von Nachhaltigkeit bei der Geldanlage offenbar nur wenig Einfluss auf die Bankenwahl: Lediglich ein geringer Prozentsatz der Personen mit Präferenz für nachhaltiges Investment ist aktuell Kunde bei einer speziellen Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbank – viel Potenzial also für die betreffenden Anbieter.

Über die Studie

Befragungszeitraum: Mai/Juni 2021
Grundgesamtheit: Deutsche Wohnbevölkerung
Stichprobengröße: n = 1.000
Altersgruppe: 18-69 Jahre
Methode: Online-Befragung im geschlossenen, qualitätskontrollierten EARSandEYES Accesspool. Bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse.