Mit System zum Erfolg: Innovationsmanagement in Zeiten von „Agile“ und Co.

Erfolgreiche Innovation braucht ein sicheres Fundament. Bild: Free-Photos/Pixabay

Steigender Innovationsdruck und ein grundlegender struktureller Wandel stellen viele Unternehmen vor Herausforderungen. Wie bleibt Innovation unter diesen Voraussetzungen erfolgreich, und welche Rolle spielt die Marktforschung dabei?

Kundenzentrierung, also die stringente Ausrichtung an den Bedürfnissen des Kunden, hat sich vom Buzzword zum umfassenden Paradigma gemausert. Auch wir als Marktforschungsinstitut orientieren uns konsequent an den Anforderungen unserer Auftraggeber. Ihre Herausforderungen, ihre Aufgaben und ihr Feedback sind Grundlage für die zielgerichtete Weiterentwicklung unseres Portfolios.

Was unsere Kunden umtreibt

Der Innovationsdruck in den Unternehmen hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Denn die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen ist ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens und häufig auch die entscheidende Grundlage für sein Wachstum. Davon, welche Beobachtungen und Erfahrungen wir im Laufe der Zeit gemacht haben und welche typischen Herausforderungen uns immer wieder begegnen, werden wir nachfolgend berichten.

1. Dem Innovationswunsch mangelt es an Systematik

Gerade im Bereich der kleinen und mittelständischen Unternehmen bestehen teils Defizite beim systematischen Innovationsmanagement. Es mangelt an klarer Zielsetzung, die Auseinandersetzung mit Innovation findet häufig eher auf einer intuitiven Ebene statt.

2. Information geht unterwegs verloren

Datensilos oder mangelnde Kontinuität innerhalb einer Organisation können dazu führen, dass relevante Erkenntnisse (etwa aus bisherigen Studien) in den Tiefen der Schubladen oder in Ordnerstrukturen verschwinden. Diese Informationen werden dann unter Umständen doppelt erhoben – was unnötigen Zeit- und Kostenaufwand verursacht – oder im Innovationsprozess schlicht nicht berücksichtigt, was ebenfalls fatal sein kann.

3. Die strukturellen Voraussetzungen wandeln sich

Die Entwicklung und Einführung agiler Strukturen verändert auch den Innovationsprozess – methodische Flexibilität und schnelle Umsetzung gewinnen an Bedeutung. Das Verständnis und der Grad der Implementierung von Agilität in den Unternehmen sind dabei sehr unterschiedlich.

Vertraute Systematik schafft Sicherheit

Eine zentrale Frage für uns lautet also: Wie können wir unsere Kunden bestmöglich strukturiert und umfassend beraten, während nicht nur die Entwicklungslandschaft als solche sich rapide verändert, sondern auch Wahrnehmungen und Prozesse auf Unternehmensseite hochgradig heterogen und individuell ausgestaltet sind?

Als Antwort auf diese Frage haben wir schon vor einigen Jahren den EARSandEYES InnoCircle entwickelt. In groben Zügen dem Stage-Gate®-Modell nach Robert Cooper nachempfunden, gliedert er den Innovationsprozess in unterschiedliche Phasen, die eine sequenzielle Grobstruktur vorgeben und innerhalb eines Innovationszyklus aufeinander aufbauen. So gibt er für Kunden aus vielen größeren Unternehmen ein vertrautes Organisationsprinzip wieder, Unternehmenskunden ohne entsprechende Systematik bietet er eine sinnvolle Orientierung zum idealen Prozessablauf und Sicherheit für ihre Zeit- und Budgetplanung.

Der EARSandEYES InnoCircle

Der InnoCircle, unser Framework für systematische Innovation. Bild: EARSandEYES

So wichtig ist die Frühphase

Studien belegen, dass im Regelfall die Floprate neuer Produkte durch ein systematisches Innovationsmanagement drastisch gesenkt wird. Besonders wichtig ist dies bereits in der Frühphase eines Innovationsprojekts, wenn der Grundstein für den Markterfolg eines Produkts gelegt wird. Idealerweise werden 50 Prozent der Entwicklungszeit für Innovationen in diese Phase investiert, um am Ende eine erfolgversprechende Innovation in den Händen zu halten.

Werden Grundlagenstudien zur Marke, zum Markt und zum Konsumenten mit all seinen Facetten (Verwendungsgewohnheiten, Einstellungen, Motivationen, Bedürfnislücken usw.) nicht systematisch durchgeführt und analysiert oder verschwinden relevante Ergebnisse aus Vorstudien ungenutzt „in der Schublade”, so wirkt sich das nachteilig auf alle nachfolgenden Prozessschritte und damit auf den Erfolg einer Innovation aus.

Das große Ganze im Blick

Es ist also unerlässlich, sich in der Frühphase grundlegend mit den Gegebenheiten auseinanderzusetzen und dabei bestehende Erkenntnisse zu berücksichtigen, um Consumer Insights, Ideen und Konzepte zu entwickeln, zu überprüfen und weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang müssen Institute immer auch die unternehmerischen Ziele (Business Objectives) der Auftraggeber durchdringen, um eine holistische Beratung im Innovationsprozess leisten zu können.

Keinesfalls soll unser InnoCircle übrigens den Anspruch vermitteln, sämtliche Schritte der Innovationsentwicklung gemeinsam mit demselben Institutspartner gehen zu müssen. Vielmehr zeigt er die Notwendigkeit, über die scheinbar klar gefassten Grenzen einer Studie hinaus alle verfügbaren Ressourcen möglichst systematisch auszurichten und zu planen.

Einzug der Agilität in die Marktforschung

Seit einigen Jahren prägt die Entwicklung und Diversifizierung agiler Strukturen die Innovationslandschaft. Gemeint ist hier zunächst der Wandel weg von eher starren, weitgehend hermetischen F&E-Projekten und hin zu kleineren Entwicklungsschritten in enger Abstimmung mit dem Verbraucher.

Der InnoCircle trägt diesem Umstand Rechnung, indem er zwar eine primäre Verortung einzelner Prozessschritte auf der Makroebene abbildet, die Art der Durchführung innerhalb der „Stage“ aber bewusst flexibel, d. h. individualisierbar lässt. Die Phasen des InnoCircle bilden lediglich den Rahmen für eine Vielzahl sinnvoller, sehr individuell zusammengesetzter und aufeinander aufbauender Forschungsansätze und Methoden. Und er bewahrt somit vor potenziell kostspieligen methodischen Fehlern oder Auslassungen, die die Ergebnisse späterer Forschung in Frage stellen und den Erfolg gefährden.

Der EARSandEYES InnoCircle drückt unserer Verständnis aus, wie Innovationsmanagment auch in „agilen Zeiten“ begleitet werden sollte, um systematisch, schnell und kostengünstig zum Ziel – nämlich zu einer erfolgreichen Innovation – zu kommen.

Mehr zum EARSandEYES InnoCircle lesen Sie hier.

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22. März 2019|Praxis|