Impressionen aus fast zwei Jahren Homeoffice. Bild: EARSandEYES

Zwei Jahre Corona und immer noch kein Ende: Darunter leidet nicht nur das Nervenkostüm, sondern auch der Teamspirit – wenn man nicht gegensteuert. EARSandEYES-Geschäftsführer Frank Lüttschwager und Susanne Maisch über das, was es zu bewahren gilt.

Wir können es nicht mehr hören: Neue Variante, neue Regeln, wieder alles auf Anfang. Neben allem, was das für uns privat bedeutet, ist auch als Arbeitgeber die Situation oft undurchsichtig – allein in rechtlicher Hinsicht. Und kaum hat man sich auf eine gangbare Lösung verständigt, kommen wieder neue Maßnahmen um die Ecke.

Gleichzeitig sind wir als Unternehmen natürlich verpflichtet, bestmöglich für die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeitenden zu sorgen – und dieser Verpflichtung kommen wir gern nach. Daher heißt es auch seit Omikron wieder: „Liebe Leute, bleibt nach Möglichkeit zu Hause.“

Das war und ist nicht leicht, insbesondere für ein Unternehmen, das schon immer großen Wert auf den Zusammenhalt im Team legt: Kollektive Mittagspause beim „Mafia-Italiener“, furiose Schlachten mit der Nerf-Gun, PlayStation-Turnier nach Feierabend: Alles erstmal auf Pause. Nicht zu vergessen unsere traditionell sehr ausgelassenen Weihnachtsfeiern, die seit nun zwei Jahren allenfalls in kleiner und gesitteter Runde stattfinden können.

Es fehlt so viel. Und das lässt sich auch nur bedingt auffangen. Dennoch geben wir uns natürlich größte Mühe: Jeder sich bietende Anlass wird nach Kräften gefeiert – meistens in der Videokonferenz, oder zumindest hybrid. So haben wir in den letzten Jahren diverse Einstände, Abschiede, Jubiläen, Beförderungen und Projektgewinne wenigstens ein bisschen gemeinsam begehen können. Jeden Freitag treffen wir uns zudem im Teams-Kanal „Friyay“ zum Quatschen nach Lust und Laune.

Wo die Magie passiert

Aber virtuelle WG-Küche hin oder her, aus unserer Sicht als Geschäftsführung ist es eine riesige Herausforderung, den Laden zusammen zu halten. Klar: Was die Projektarbeit und professionelle Absprachen untereinander betrifft, haben wir alle mittlerweile viel Übung. Mehr, als einige von uns vielleicht noch vor zwei Jahren gedacht hätten.

Aber die Magie passiert woanders. Es sind die vielen kleinen Dinge, die man erst erkennt, wenn sie nicht mehr da sind: Sei es der verschlafene Gruß morgens beim Warten auf die erste Kanne Kaffee oder die obligatorische Stilkritik von den Rängen des Büro-Catwalks („Geile Kombi! Sind die Schuhe neu?“). Die knautschgesichtige Übergabe nach der Massageeinheit. Das aufmunternde Wort, wenn es einem mal nicht so gut zu gehen scheint. Die Indie-Musik aus dem Büro des Teamleiters, wenn mal wieder „nach 18 Uhr Karriere“ gemacht wird.

Das alles sind Dinge, die man als Geschäftsführung nur bedingt beeinflussen kann. EARSandEYES gibt es seit fast 24 Jahren und die Dynamik im Team ist über einen ebenso langen Zeitraum organisch gewachsen. Jede*r neue Kolleg*in prägt den Umgang miteinander auf seine oder ihre eigene Weise, bringt neue Impulse ins Team und formt das Wesen, den Charakter unserer Gemeinschaft.

Doch wir tun natürlich, was wir können. So trägt etwa Kollegin Dunja im Back Office unerschütterlich dafür Sorge, dass wir uns auch im Homeoffice nicht aus den Augen verlieren – und dass das Gefühl weiterhin stimmt. Da bringt der Kurier auch schonmal einen Blumenstrauß während des Teammeetings an die Haustür, oder leckere Care-Pakete zu Weihnachten.

An dieser Stelle können wir uns daher nur von ganzem Herzen bei unserem großartigen Team bedanken, das trotz unglaublicher Belastungen in diesem Winter stets nach Kräften die Fahne hochgehalten und sich nicht hat unterkriegen lassen. Danke an all diejenigen, die ihre Kapas zur Verfügung stellen, um Kolleg*innen in außergewöhnlichen Lagen zu entlasten, unsere Hochachtung denen, die trotz eines teils mörderischen Workloads alles möglich machen, um den Laden am Laufen zu halten.

Mehr als durchhalten, für die Zeit danach

Eines wird uns allerdings am Ende dieses zweiten Pandemiewinters immer klarer: Auch nach dem Ende der akuten Situation werden wir nicht einfach so zurückkehren zum Status quo ante. Denn natürlich hat die Dezentralisierung des Arbeitsumfelds auch viele handfeste Vorteile – wir denken da zum Beispiel an unsere Kolleg*innen von außerhalb Hamburgs, und auch diejenigen, die aufgrund familiärer Verpflichtungen manchmal recht spontan verfügbar sein müssen. Naja, und die Wäsche kann man halt auch nebenbei erledigen.

Deshalb stehen wir jetzt vor der Aufgabe, unseren Charakter, unseren Spirit auch dauerhaft in diese neue Arbeitswelt zu bringen. Das kann keine Teams-Konferenz auf Dauer leisten. Daher werden wir die nahende Frühjahr- und Sommersaison auch dafür nutzen, uns nicht nur spannende und ausgelassene Team-Events für draußen zu überlegen, sondern uns gemeinsam Gedanken zu machen, wie wir unser geliebtes Miteinander auch im Homeoffice weiter pflegen können.

Ein wesentlicher Teil davon wird sein, dass wir die Feste feiern, wie sie fallen: Es stehen auch in diesem Jahr noch mindestens 25 Geburtstage an, dazu einige runde Jubiläen – und einen Freitag hat auch jede Woche.

Die Lage bleibt herausfordernd, aber wir sind dran. Und das ganz unverzagt, denn wir haben das beste Team der Welt im Rücken.