Zwei Millionen iPads in zwei Jahren?
Spiegel Online, 28. Mai 2010
In Deutschland ist das iPad deutlich teurer als in den USA und trifft auf einen traditionell skeptischeren Kundenkreis: Kann Apple die iPad-Erfolgsstory auch hier wiederholen? Ja, meint das Marktforschungsunternehmen EARSandEYES: Das Ding spricht zwar elitäre, aber spendierfreudige Zirkel an.
Wenn es nach so manchem Vertreter der gebeutelten Verlagsbranche geht, ist Apples iPad ein wahrer Heilsbringer: Dem multimediafähigen Tablet-PC wird zugetraut, auch in Deutschland endlich einen Markt für elektronisch vertriebene kostenpflichtige Inhalte zu schaffen. Das sieht auch das Hamburger Markt- und Trendforschungsinstitut EARSandEYES so, das am Donnerstag eine Prognose darüber veröffentlichte, wie das iPad in Deutschland ankommen wird.
Die Marktforscher trauen Apple zu, bis 2012 zwei Millionen Stück in Deutschland zu verkaufen. Für die Prognose wurden 1000 Internetnutzer ab 16 Jahre befragt - realistisch, denn ein iPad (Verkaufspreis ab 499 Euro aufwärts) kauft man nicht mal so nebenbei vom Taschengeld. Zwei Millionen verkaufte Exemplare wären allerdings bemerkenswert, denn wir Deutschen gelten nicht umsonst als ziemlich konservatives Völkchen, wenn es um neue Techniken geht.
Zumal das Gerät nichts ist, was man unbedingt haben müsste - es fällt in die Kategorie der Dinge, die man aber vielleicht gern hätte. Und das gilt offenbar für einen gehörigen Teil der Surferschaft: 88 Prozent gaben an, den Namen des Produkts zu kennen. Bei insgesamt 30 Prozent weckte das Gerät dann ein "besonderes Interesse": Am höchsten ausgeprägt ist dies bei den 16- bis 19-Jährigen (43 Prozent). Die Marktforschungskonkurrenz von Fittkau & Maaß (W3B-Studien) entdeckte kürzlich sogar bei satten 8 Prozent der Surfer konkrete Kaufinteressen.