Leser fordern: Zeitumstellung abschaffen!
Hamburger Abendblatt, 25. Oktober 2008
Sonntag werden die Uhren umgestellt. Schlafforscher plädieren für mehr Rücksicht auf die innere Uhr.
Nachteulen und Spätaufsteher kommen an diesem Wochenende endlich wieder auf ihre Kosten: Durch die Umstellung auf die Winterzeit können sie sich ganz ohne schlechtes Gewissen noch einmal gemütlich im Bett herumdrehen, eine Stunde länger schlafen. Um 3 Uhr in der Nacht zu Sonntag werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt.
So einfach es mit den Zeigern ist, so schwer ist es für den Menschen: Jeder vierte Deutsche braucht für die Umstellung der "inneren Uhr" recht lange. Insgesamt glauben 91 Prozent der Bundesbürger daran, dass der Wechsel Auswirkungen auf sie hat, ergab eine Befragung des Marktforschungsinstituts Earsandeyes aus Hamburg. Die Abendblatt-Leser würden die Zeitumstellung am liebsten ganz abschaffen.
Schon lange plädieren Schlafforscher für mehr Rücksicht auf die innere Uhr. Schlafforscherin Ildiko Meny von der Uni München "Spättypen ticken tatsächlich anders als Frühtypen." Mit faulen Ausreden habe das nichts zu tun. Meny warnte vor den gesundheitlichen Folgen, die ein Leben gegen die innere Uhr habe. Diese Menschen würden unter chronischem Stress leiden. "Der kann krank machen", so die Wissenschaftlerin. Dass die Uhrenumstellung die Menschen nervt, ergab eine Online-Umfrage des Abendblatts: Knapp 73 Prozent sagten: "Ich kann mich nur schlecht auf die Umstellung der Zeit einstellen." Nur 27 Prozent haben damit keine Probleme.
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