Der große MAX Städtetest. Die Marktforschung
MAX, August 2007
Berlin? Hamburg? Oder doch München? Wir haben 1303 Deutsche befragen lassen - und dazu ein Dutzend Bewohner ausländischer Metropolen. Das Ergebnis ist eindeutig: Berlin liegt vorn.
Liebe Kölner und liebe Frankfurter, ihr müsst jetzt tapfer sein. Auf den folgenden neun Seiten kommen eure Städte nur einmal vor- und dabei auch noch schlecht weg. Wir haben beschlossen, eure Städte ebenso wie Bremen, Stuttgart und Leipzig diese eine Geschichte lang zu ignorieren.
Weil wir die deutsche Metropole gesucht haben, in der die Mehrheit der Deutschen gern wohnen will, die den größten „Glow" hat - so nennen das die Trendforscher. Und - mit Verlaub - für uns kamen da nur drei Städte in Frage: Hamburg, München und Berlin. Nur diese drei haben eine Strahlkraft, die Menschen anlockt - und zwar unabhängig von ihrer aktuellen Job- und Liebessituation. Will heißen: Nur nach Berlin, Hamburg oder München zieht man allein der Stadt wegen. Weil man sich vielleicht einen Neustart erhofft, Inspiration für die kommenden Jahre oder einfach, weil man erwartet, dort spannende neue Menschen kennenzulernen. Nach Gütersloh, Bielefeld oder Nürnberg kann man natürlich auch ziehen - aber wenn man's tut, dann des Jobs wegen, der Liebe wegen oder wegen eines Studienplatzes. Berlin, Hamburg und München hingegen haben das gewisse Etwas, das schon für sich genommen Grund genug ist, dort wohnen zu wollen.
In Hamburg ist das die Mischung aus Reichtum, Reeperbahn und alternativem Schanzenviertel. In München sind's die Biergärten, das Umland und vielleicht der Schickeria-Faktor. Und in Berlin der kreative Geist, die billigen Mieten und die fabulöse „Arm, aber sexy"-Art des Berliner Prekariats, mit geringem Einkommen das Leben einer Hauptstadt Boheme zu führen.
In zwei Schritten haben wir versucht, in diesem Dreikampf einen Sieger zu ermitteln. Zunächst haben wir die Marktforscher des Hamburger Instituts Ears and Eyes beauftragt, die Deutschen auszufragen. 1303 Menschen zwischen 16 und 49 mussten angeben, wo sie am liebsten wohnen möchten, welche Stadt sie für besonders kreativ halten oder wo sie das meiste persönliche Glück der Bewohner vermuten.
In einem zweiten Schritt baten wir die Marktforscher noch um eine Trendforschung. Bei der sollten nicht nur Zukunftsperspektiven der Städte ermittelt werden, sondern auch ihr Ansehen und ihre Strahlkraft im Ausland. Hierfür wurden ausführliche Interviews mit Bewohnern ausländischer Metropolen geführt.
Tja, und nun liebe Hamburger und liebe Münchner, nun müsst auch ihr tapfer sein. Es gibt einen Sieger über alle Klassen. Die deutsche Metropole der Stunde ist Berlin. Berlin ist lebendiger, kreativer, aufregender und hat die besten Zukunftsaussichten - das glaubt zumindest die repräsentative Gruppe der Befragten. Da tröstet es kaum, dass in Hamburg die schönsten Männer leben und in München die treuesten Frauen. Auch das glauben die Befragten nämlich. Die Sicht aus dem Ausland ist noch eindeutiger. Menschen aus London, New York, Schanghai oder Paris halten sogar einzig Berlin für eine Metropole. München und Hamburg, so sagen sie, seien allenfalls Großstädte. Wir als Hamburger Redaktion und Hamburg-Fans halten es dabei mit Gerhard Schröder: Wenn man verloren hat, erst mal so tun, als habe man gewonnen. So sei die Schlussbemerkung erlaubt: Nur 18 Prozent der Befragten glauben, dass die Menschen in Berlin glücklich sind. Aber 41 Prozent glauben, die Hamburger sind glücklich. Das stimmt uns erstens versöhnlich und zweitens haben die Befragten recht. Außerdem haben wir überdies die HamburgerWerbeagentur Grimm Gallun Holtappels gebeten, ein Anzeigenmotiv für die schönste Stadt der Welt zu entwickeln. Es wurde ein Hamburg-Motiv. Na bitte!
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