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Kopfnoten víel besser, als ihr Ruf

Hamburg - 27. Juni 2008. Umfrage unter mehr als 1000 Deutschen ergibt: Die Menschen begrüßen die umstrittenen Benimm-Noten. Zeit für Schüler, sich noch einmal von ihrer besten Seite zu zeigen. Die Zeugnisausgabe naht und in manchen Bundesländern auch dieses Mal wieder mit dabei: die einst abgeschafften Kopfnoten – Zensuren für das soziale Verhalten. Mit zahlreichen Protestaktionen gingen Schüler, Lehrer und Eltern bislang gegen die Wiedereinführung der Noten, die auf einer Skala von eins bis vier für die Bereiche Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Selbständigkeit, Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit vergeben werden sollen, vor. Doch während die Betroffenen rebellieren, begrüßen Außenstehende ihre Renaissance.

1053 Bundesbürger im Alter von 18-49 Jahren befragte das Markt- und Trendforschungsinstitut EARSandEYES. Das Ergebnis der repräsentativen Online-Erhebung: Der Großteil steht hinter der Benotung des sozialen Verhaltens von Schülern. Knapp zwei Drittel der Deutschen erachten die Kopfnoten für eher (41%) bzw. sehr (23%) sinnvoll. Hauptargument: Soziales Verhalten ist wichtig und wird damit auch fürs spätere Leben gefördert (74%). Außerdem sind sie eine interessante Rückmeldung für die Eltern (56%), und die Lehrer werden durch die Beurteilungen gezwungen, sich intensiver mit den Schülern auseinander zu setzen (52%). Besonders die Generation
30-49 Jahre ist der Meinung, Kopfnoten hätten damals gar nicht erst abgeschafft werden sollen.

Rund jeder dritte Deutsche dagegen sieht eher keinen bzw. überhaupt keinen Sinn in Kopfnoten. Zum Einen, weil sich soziale Kompetenzen nicht mit Hilfe von Notendruck erreichen lassen (61%), zudem das Lehrpersonal gar nicht in der Lage ist, Schüler in diesen Bereichen zu beurteilen (46%). Zum Anderen bestehen Befürchtungen, dass sich der Nachwuchs im Unterricht mit kritischen Äußerungen zurückhalten (46%) und stattdessen mehr ‚schleimen’ wird (40%).

Download: PM Kopfnoten - PDF-Datei (≈ 54 KB)

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